Klüngel Kölsch

Donnerstag 15|11|2007 19:00

ACHTUNG! Leider findet die Ausstellung am Donnerstag, den 15.November nicht statt. Wir planen Klüngel Kölsch im Frühjahr nachzuholen!!!

Stefanie Klingemanns Interesse gilt weniger der traditionellen Ausstellungspräsentation im institutionellen Ausstellungsraum, als vielmehr dessen unmittelbaren Umfeld. Erstmals bleiben die Galerieräume geschlossen, nach dem Motto „Blast ist überall“ installiert die Künstlerin Arbeiten in der Nachbarschaft rund um Blast, die Eröffnung findet im Kiosk gegenüber statt. Dort integriert sie ihre mehrteilige, aus unterschiedlichen Elementen bestehende Arbeit so, dass sie vom zufällig vorbeikommenden Passanten gar nicht als Kunst wahrgenommen wird. Dabei verwendet die Künstlerin überwiegend alltägliche, dem Betrachter vertraute Objekte wie Plakate, Flyer, Aufsteller, Postkarten, Kugelschreiber oder Magazine. Die Motive von Stefanie Klingemanns Arbeiten zeigen meist frauenspezifische Klischees und typische Rollen der Frau – dargestellt von der Künstlerin selbst. Ihre Originale sind wie kommerzielle Massenprodukte im Kiosk präsentiert, so dass ahnungslose Käufer anstelle eines beliebigen Konsumguts ein ihm zum verwechseln ähnlich sehendes Kunstwerk erwerben können. Bei diesen minimalen, subtilen Interventionen wird erst bei genauerem Hinsehen deutlich, dass es sich nicht um normale Alltagsprodukte, sondern um fiktive, konstruierte und inszenierte Objekte handelt. Durch diese Strategie der doppelten Täuschung, die sowohl den Inhalt als auch die Form umfasst, verbunden mit dem alltäglichen Präsentationsort ist die Trennung zwischen Realität und Fiktion, zwischen Kunst und Nicht-Kunst kaum noch auszumachen. Aus Realität und vermeintlicher Realität entsteht eine dreidimensionale Collage, die dazu führt, dass der Rezipient ein Bewusstsein für die unfreiwillige Komik der Alltagswelt entwickelt und plötzlich überall Arbeiten von Stefanie Klingemann entdeckt.