K.O.NSENS

Freitag 19|06|2009 19:00

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K.O.NSENS 

Mattijs Bredewold
Anneke Ingwersen
Tamara Lorenz
Ulrike Möschel
Max Schulze
Sebastian Wickeroth

Eine Ausstellung der Ringenberg-Stipendiaten 2009

Eröffnung 19.Juni 2009 19-22h
Öffnungszeiten SA|SO 14-18h
und nach Vereinbarung.

 

 

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Mattijs Bredewold This is it

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Mattijs Bredewold This is it, Psychotic Robotic

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Sebastian Wickeroth, Max Schulze

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Sebastian Wickeroth, Max Schulze

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Max Schulze

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Tamara Lorenz Elemente einer Art Substanz

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Ulrike Möschel, Mattijs Bredewold 

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Ulrike Möschel

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Mattijs Bredewold Happy Days 

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Anneke Ingwersen Kompass 

 

Die
Forderung des "Sich-Behauptens" scheint eine auf mehreren Ebenen
angesiedelte landläufig akzeptierte Notwendigkeit künstlerischer
Biografie und Praxis. Übersetzt man den Begriff ins Englische erhält
das Sich-Behaupten neben der existenziellen philosophischen Dimension
des "to hold one's own" auch das Moment durchaus handfester
Revierverteidigung: "to maintain one's ground". Könnte also pauschal
eine Tendenz zur Abgrenzung und zur Attitüde des "Lone Wolf" in letzter
Konsequenz vermutete werden, mag das "Sich-Behaupten" im Kontext der
Kunst doch selbst eine Be-Hauptung sein. Denn was geschieht etwa, wenn
nun die Arbeiten sechs individueller Künstler in einem Raum aufeinander
treffen, deren Schnittmenge fern erdachter thematischer Klammern und
Brücken lediglich das gemeinsame Stipendium im Schloss Ringenberg ist? 
 

K.O.NSENS
– so der spekulative Titel dieser Ausstellung. Hat man schon einmal
etwas gehört von den Spielregeln solcher Disziplinen wie dem
"Artistischen Sechskampf"? Und was passiert eigentlich nach einem
konsensuell festgestellten, kollektiven k.o aller Kandidaten?
Vermutlich tritt schlagartig gespannte Stille ein, in der die
konzentrierte Aufmerksamkeit der Zuschauer sich auf die Andeutung
leisester Regungen richtet – keine schlechte Haltung der Kunst
gegenüber. Lassen sich nicht hier und da wiederholte aufsteigende oder
pulsierende Bewegungen bemerken? Tatsächlich scheinen die Arbeiten der
sechs Künstler auf ungewöhnliche Weise zu korrespondieren - die einen
mehr die anderen weniger - so als hätten sie sich für einen Moment auf
der gleichen Wellenlänge eingefunden. Ob der gemeinsam Aufenthalt im
Schloss nun die Frequenzen für solch temporäre, punkthafte Verbindung
abgeglichen hat, tritt dabei als mögliche Erkenntnis zurück, hinter dem
starken Erlebnis der Betrachtung – deren Genuss sich abhängig von der
Perspektive sowohl als zusammenhängendes Raumbild als auch mit Blick
auf die einzelne Arbeit einzustellen vermag. Allein für den Augeblick
ist das "Sich-Behaupten" damit suspendiert und schlägt um in ein
lustvolles Plädoyer für die Autonomie der Wahrnehmung.
 

Einen energetischen Empfang bereitet Mattijs Bredevolt
mit blinkender Leuchtschrift und hölzern-malerischem Flipperautomaten
in scheinbar ungebrochener Umsetzung vergnügungsindustrieller
Vorstellungsbilder. Dann öffnet die membranbespannte, farbige
Rampenkonstruktion von Sebastian Wickeroth die "BLAST Arena" wie ein unbetretbares Sprungbrett in den Raum. Seine Arbeit katapultiert den Besucher geradewegs in Max Schulzes
Bild mit fliegenden Formsplittern und schwebenden Linien, deren
Verquickung von zufällig entstandenen und kompositorisch gesetzten
Partien den Malprozess selbst zum Thema machen. In einem unerklärlichen
Crash scheint Ulrike Möschels Rutsche
buchstäblich vor die Wand gefahren, um hier mit deformiertem Korpus und
geborstenen Gliedmaßen einen Balanceakt von geradezu tänzerischer
Fragilität und Eleganz zu vollführen. Die abstrakt-möbelhafte Skulptur
von Tamara Lorenz spielt ebenfalls mit einer offenen
figurativen Anmutung, die sich über separate Ansichtsseiten ergibt:
geometrische Strenge und geschlossene graue Körper auf der einen und
offene Fächer als Bilder-Display auf der anderen Seite. Anneke Ingwersens
Videoarbeit entfaltet eine ganz eigene Raumtemperatur in der Black Box,
wo pulsierende Lichtfiguren einer Choreografie von Annäherung und
Distanz folgen, ohne wirklich fassbar zu werden.

Gudrun Bott / Marcus Lütkemeyer